INTERVIEW MIT H.P. NEUDENBERGER


Interview mit dem Autor von Dynamo Winrad

Red.: Herr Neudenberger, bisher kannte man Sie in Kassel ja eher durch die geistreich-spa├čigen Anzeigen f├╝r Ihre Kfz-Werkstatt und mancher auch durch Ihre Musikgruppe, wo Sie mit humorvollen und lebensfrohen Liedern hinterm Mikro stehen. Doch nun haben Sie ein Buch geschrieben, in dem es sich um die Grundfragen des Lebens dreht. Sind Sie pl├Âtzlich ernsthaft geworden? Was hat Sie so ver├Ąndert?

Neudi: Wieso pl├Âtzlich? (lacht) Nat├╝rlich ist das ein ernsthaftes Buch, ich bin ja auch ein ernsthafter Mensch, auch wenn ich meist versuche, dem Leben die heiteren Seiten abzugewinnen. Schlie├člich f├╝hre ich ja auch meinen Kfz-Betrieb schon ├╝ber 30 Jahre und ohne Ernsthaftigkeit geht so was nicht.

Red.: Stimmt nat├╝rlich. Was brachte Sie dazu, dieses Buch zu schreiben, Herr Neudenberger?

Neudi: Das hat sich so entwickelt. Die ersten Notizen dazu entstanden vor mehr als 20 Jahren. An ein Buch hatte ich damals ├╝berhaupt nicht gedacht, ich befand mich einfach auf ÔÇ×SinnsucheÔÇť und kam dabei mit verschiedenen Religionen, spirituellen Str├Âmungen und Denkweisen sowie Selbsterfahrungsgruppen in Kontakt. Was mir wichtig schien, hielt ich in Tagebuchnotizen fest.

Red.: Aber wenn man Ihr Buch so liest, bekommt man den Eindruck, dass Sie den Religionen recht kritisch gegen├╝berstehen?

Neudi: Das ist richtig. Jede Religion hat ja Gutes und Wahres in sich, doch leider sind Religionen oft in Dogmen erstarrt und weit jenseits des realen Lebens, nicht lebendig. Religionen werden mi├čbraucht und auf diese Weise sind sie nur noch ├╝berholte, archaische ├ťberbleibsel einer vergangenen Zeit; etwas, das nicht mehr gebraucht wird. Ich habe mir meine eigenen Gedanken gemacht ├╝ber diese Dinge. Dabei gab es ├╝berraschende Erkenntnisse, die ich immer wieder im kleinen und gr├Â├čeren Kreis zur Diskussion gestellt habe. Die Resonanz war f├╝r mich unerwartet gro├č und es ist nat├╝rlich sch├Ân, wenn man mit so spannenden Gedanken dann auch mal ein Buch f├╝llen kann.

Red.: Was mich noch interessiert: Das mit dem Heilen durch Handauflegen, so wie Sie es beschreiben, das machen Sie wirklich?

Neudi: Ja, aber erz├Ąhlen Sie es nicht weiter, sonst fehlt mir bald v├Âllig die Zeit zum Autos reparieren! (zwinkert) Ganz im Ernst ÔÇô das mit dem Heilen ist nicht schwer, eigentlich kann das fast jeder. F├╝r mich war es damals fast ein Nebenprodukt aus meiner Besch├Ąftigung mit dem Ganzen. Die Kr├Ąfte sind schon in uns, man muss sie nur nutzen lernen.

Red.: Herr Neudenberger, ich sehe Sie schon als Guru...

Neudi: Davor bewahre uns der Kosmos! (lacht herzlich) Das Letzte, was diese Welt braucht, sind noch mehr Gurus und noch mehr Dogmen. Mein Buch weist ja deshalb genau den entgegengesetzten Weg, n├Ąmlich zu den Bausteinen des Lebens. Es ist einfach meine pers├Ânliche, etwas andere Sichtweise auf Mensch und Kosmos.

Red.: Die Sicht eines Praktikers?

Neudi: Genau.